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Die Tiere
Der Einsatz von Tieren in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit ist an sich nicht neu und führt in vielen Projekten zu bemerkenswerten Erfolgen. Bei uns können unsere Gäste im Rahmen von tiergestützten Aktivitäten einen Eindruck von diesen Erfolgen gewinnen.
Warum viele geistig behinderte Menschen sich so sehr zu Tieren hingezogen fühlen, liegt sicherlich daran, dass durch die Wohnsituation in Einrichtungen der Behindertenhilfe eine eigene Tierhaltung meistens nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass die Tiere den Menschen nicht nach seinem Aussehen oder seinen Fähigkeiten im sprachlichen, motorischen oder kognitiven Bereich beurteilen. Sie begegnen dem Menschen vorurteilsfrei und akzeptieren ihn so, wie er ist, wenn sie spüren, dass er ihnen Sympathie entgegen bringt! Grundsätzlich motivieren Tiere deshalb behinderte Menschen häufig zu Aktivitäten, die im Alltag sonst nicht zu beobachten sind.
Im Rahmen der tiergestützten Aktivitäten, die wir unseren Gästen anbieten, "vergessen" die Teilnehmer häufig ihre ansonsten vorhandenen Unsicherheiten beim Gehen oder Laufen, beginnen Menschen mit psychogenen Sprechhemmungen zu reden, verlassen sonst nur schwer zur Eigenbewegung zu motivierende Gäste ihren Rollstuhl, weil sie ein Tier streicheln möchten. Wir haben beobachtet, dass selbstschädigende Verhaltensweisen oder Stereotypien für die Dauer der Mensch-Tier-Begegnungen verschwinden und Ressourcen sichtbar werden, die die begleitenden Betreuer oder Angehörigen immer wieder erstaunen lassen.
Für die tiergestützten Aktivitäten stehen unsere Kleintiere (Katzen, Hunde und Ziegen) und unsere Lamas zur Verfügung. Alle Tiere sind den Umgang mit behinderten Menschen gewohnt und reagieren gelassen auf unvorhersehbare Reaktionen der Teilnehmer. Die Durchführung der Aktivitäten ist nicht defektorientiert, sondern richtet sich nach den vorhandenen Ressourcen der Teilnehmer, besondere Beachtung finden hierbei die Grundannahmen über die Bedeutung einer entwicklungsfreundlichen Beziehung und einer personzentrierten Haltung gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung. Durch den zeitweisen Einsatz prä-therapeutischer Methoden gelingt es hierbei, fast jedem Gast mit Handicap die Mensch-Tier-Begegnung zu einem wirklich besonderen Erlebnis werden zu lassen.
In 2008 erwarten wir übrigens unsere ersten Lama-Fohlen! |
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